Von der A 22 bei der Ausfahrt Affi auf der SP 29B nach Osten, dann auf der SP 11 nach Süden bis zu einem Kreisverkehr, dort wieder nach Osten über die Via Napoleone (SP 27a) bis zur SS 12. Kurz nach Süden, dann nach Osten abzweigen auf die SP 4 nach Sant’Ambrogio di Valpolicella. Weiter bis San Pietro in Cariano, dort nach Norden auf die SP 33 und über Fumane Richtung Molina. Das Tal verengt sich und man bleibt stets im Talgrund. Beim Wegweiser ins „valle dei progni“ geradeaus weiter bis man die Örtlichkeit Molin de Cao erreicht. Links befindet sich die Trattoria Chesini, rechter Hand ist der Parkplatz am Eingang zur Val Sorda Schlucht. Von Verona kommend über eine von mehreren Möglichkeiten nach San Pietro in Cariano und weiter wie oben beschrieben.
Charakteristik
Spannender, sehr leichter versicherter Steig durch die Schlucht des Val Sorda mit der Hängebrücke Ponte Tibetano als Höhepunkt. Die Wanderung durch das Val Sorda ist ein Tipp für heiße Sommertage!
Ausrüstung
Schuhe mit rutschfester Sohle. Viele Passagen sind feucht und rutschig und erfordern erhöhte Vorsicht. Berggewohnte Kinder, Anfänger oder unsichere Personen werden eher ein Klettersteigset schätzen, alternativ hilft eventuell ein kurzes Sicherungsseil. Schwindelfreiheit und gute Trittsicherheit sind unabdingbar, ein Ausrutscher könnte an mehreren Stellen doch recht unangenehme Folgen haben.
Tourtyp / Charakter der Tour
Klettersteig
Zustieg
Vom Parkplatz zur Informationstafel und rechts davon auf dem Weg Nr. 238 in das Val Sorda. Etwas abwärts und rechts auf einem schmalen Eisensteg mit Handlauf (A) über den Bach. Dann am Weg an der alten Mühle vorbei und in die Schlucht hinein bis zu einem schmalen Felsband, das gewissermaßen den Beginn des Klettersteiges markiert.
Wegbeschreibung / Routenverlauf
Über das Felsband mit eisernen Haltebügeln (A). Danach Gehgelände, teils über flache Platten, teils über kleine Stufen bis zur ersten mit Ketten gesicherten Aufstiegspassage (A). Gehgelände führt zur nächsten Passage, einem gut fußbreiten Band mit eisernen Handläufen rechts vom Bachgrund (A, bei Nässe rutschig). Es folgt eine drahtseilgesicherte Querung (A), dann geht es auf schmalen, abschüssigen Tritten, die teils moosbewachsen sind, oberhalb des Bachbetts weiter. Eiserne Haltebügel geben Sicherheit, dennoch ist hier bei Nässe hohe Vorsicht geboten (A). Zuletzt hilft eine Kette weiter (A/B). Über eine Leiter (A) und bügelgesichert (A) zu einer Brücke. Über diese und auf der anderen Bachseite abermals mit Bügeln gesichert (A) zur nächsten Brücke. Gleich danach über drahtseilgesicherte Passagen aufwärts (A; Vorsicht: An einer Stelle ist das Drahtseil gerissen, Stand Mai 2026), dann über eine Leiter (A) aufwärts. Oberhalb sieht man die Hängebrücke Ponte Tibetano. Drahtseilgesichert (A) weiter und kurz durch einen Spalt hinunter (A). Gesichert (A) zu einem Eisensteg mit Handlauf (A). Dieser leitet wieder auf die linke Seite des Baches und bald darauf zum „accesso Nord“ des Ponte Tibetano. Die Brücke ist von hier aus in etwa 10 Minuten erreichbar (Weg Nr. 2). Mit Hilfe eines beinahe senkrechten Steigbaums (A/B, evtl. B) überwindet man eine Steilstufe. Nach einer Gehpassage folgen wieder mit Drahtseilen gesicherte Querungen oberhalb des Bachgrundes, teils schmal und rutschig (A, kurz auch A/B). Wechselweise Gehgelände, dann zwei Metallstege (teils mit Handlauf, A) und eine mit eisernen Haltbügeln versehene Blockpassage (A/B) geben dem Anstieg weitere Würze. Drahtseile (A), dann geht es unter einem Block hindurch zu einer interessanten Halbhöhle. Links weiter über einen erdigen, gesicherten Aufschwung (A) und im Gehgelände zum eigentlichen Ende des Klettersteiges bei der Abzweigung bzw. dem Ausstieg zur Malga Biancari. Hier mündet auch ein Seitengraben. Bis hierher benötigt man bei moderater Gangart etwas mehr als eine Stunde. Wenn man viel fotografiert und die eine oder andere seitlich gelegene Höhle besichtigt, dauert es sicher länger. Meistens wird zur Alm ausgequert (teils gesicherte Passagen, A), von dort zur Hängebrücke Ponte Tibetano abgestiegen und über den ersten Teil des Klettersteiges durch die Schlucht wieder der Ausgangspunkt erreicht. Es ist aber durchaus lohnend, wenn man den Anstieg durch die restliche Schlucht fortsetzt, obwohl nur mehr wenige versicherte Passagen zu absolvieren sind. Teils drahtseilgesichert, teils mit Ketten versehen (A) geht es noch einige Zeit durch die Schlucht aufwärts, ehe man sie auf ihrer linken Seite endgültig verlässt und kurz darauf einen Feldweg erreicht. In einem Rechtsbogen auf einen Rücken hinaus und auf dem von aufgestellten Steinplatten eingesäumten Weg direkt in das verschlafene Dorf Mondrago. Etwas unterhalb der Kirche befindet sich ein Brunnen mit Trinkwasser. In Mondrago gibt es keine Einkehrmöglichkeit.
Abstieg
Am Ortseingang von Mondrago (610 m) auf dem Weg Nr. 231 (S. Rocco / Purano / Corte Bernardo) in einen Graben hinunter. Insgesamt werden drei Gräben gequert, kurze Waldstücke wechseln mit Weideflächen ab, Kirschbäume stehen am Wegrand, es sind zwei Zaundurchlässe vorhanden. Zuletzt etwas länger ansteigend auf einem Feldweg zum Gehöft Baiaghe di Sopra (630 m). Wenige Meter auf der Straße um die Häuser herum, dann scharf links auf einem eingezäunten, nicht bezeichneten Abkürzer durch den Wald wieder zur Straße hinunter (Wegweiser Malga Biancari und Ponte Tibetano). Nach ein paar Minuten kommt man an der mit zahlreichen Bänken, Tischen und Grillmöglichkeit ausgestatteten Malga vorbei. Am Weg Nr. 1 geht es nun nach kurzem Gegenanstieg in den Wald hinein und endgültig hinunter zur Hängebrücke Ponte Tibetano. Wer von der Brücke anschließend nicht durch das Val Sorda zurück nach Molin de Cao gehen möchte, kann vorher ohne zur Brücke abzusteigen über den Weg Nr. 4a ausweichen. In einem Bogen kehrt man durch einen Seitengraben zurück zum Ausgangspunkt (angeblich ziemlich verwachsener Weg). Der Direktabstieg über den Steig Nr. 5 ist offiziell gesperrt. Man bleibt daher am Weg Nr. 1 Richtung Ponte Tibetano. Dieser ist an neuralgischen Stellen bestens gesichert, einige Male helfen Drahtseile als Handlauf, Metallbügel und Geländer (alle Passagen nicht schwerer als A). Nach einer längeren Querung der steilen Hänge oberhalb der Schlucht samt kurzer Gegensteigung geht es schließlich in wenigen Kehren über Holzstufen zum Beginn der spektakulären, 52 m langen Brücke hinunter. Der Tiefblick in die fast 50 m tiefer liegende Schlucht wird allerdings durch das urwaldartige Grün ein wenig eingeschränkt. Vom nördlichen Ende der Brücke kurz bergauf zu einer Wegteilung. Der Weg Nr. 3 ist ebenfalls gesperrt (steiler Auf- und noch steilerer Abstieg). Man steigt daher auf dem teils gesicherten Weg Nr. 2 (Stellen A) in kurzer Zeit in die Schlucht hinunter. Der restliche Abstieg erfolgt über die bereits vom Aufstieg bekannten versicherten Passagen. Das geht wesentlich besser als man wegen des oft rutschigen Gesteins vielleicht befürchten musste. Je nach Wasserstand laden einige Gumpen sogar zum Baden ein. Nach ungefähr 30 Minuten ab dem Betreten der Schlucht erreicht man den Ausgangspunkt Molin de Cao.
Zielpunkt
Mondrago, 610 m
Rast / Einkehr
Trattoria Chesini, https://restaurantguru.it/Chesini-Italo-Fumane Mehrere Einkehrmöglichkeiten in Fumane
Das Val Sorda ist eine tief eingeschnittene Schlucht in den südlichen Ausläufern der Monti Lessini. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde die Schlucht durch die im Jahr 2012 gebaute Hängebrücke Ponte Tibetano della Val Sorda bekannt, die in luftiger Höhe (46 m über Schluchtgrund) und mit 52 m Länge die Schlucht überspannt. Die Zustiege zu dieser Brücke erfolgen entweder durch die Schlucht oder von der Malga Biancari. Die früher üblichen Zu- bzw. Abstiegswege Nr. 3 und 5 sind offiziell gesperrt. Der Sentiero attrezzato della Val Sorda ist zwar kein richtiger Klettersteig, ist aber aufgrund der zahlreichen versicherten Passagen, zwei Leitern und einem Steigbaum auch kein reiner Wanderweg. Wie immer man den Steig einordnen mag, beim Durchwandern der eindrucksvollen Schlucht bekommt man ein richtiges „Urwaldfeeling“, während der Vegetationszeit geht’s wohl nicht viel grüner und üppiger: Farne, Hirschzungen und sonstige Grünpflanzen, Lianen, Büsche und viel Moos. An einigen Stellen wird es sogar spannend, wo denn der Weg weitergehen soll, doch findet sich immer ein unschwieriger Durchschlupf, manches Mal auch eine nur fußbreite Leiste, auf der man (gut gesichert) oberhalb des Bachgrundes entlanggeht. Je nach Wasserstand kann das Begehen der Schlucht aber durchaus eine Herausforderung werden. Das moosige, ab und zu erdige und meist mehr oder weniger feuchte Gestein erfordert ein vorsichtiges Gehen, aus so mancher Klettersteigpassage „A“ könnte bei hohem Nässegrad sogar ein „B“ werden. Der offizielle Warnhinweis am Beginn des Steiges lautet: „Wanderweg für Experten. Der Wanderweg weist gesicherte Abschnitte und Kletterpassagen auf und ist daher nicht für unerfahrene Wanderer, Kinder oder größere Gruppen geeignet. Wanderschuhe oder Trekkingschuhe sind erforderlich. Im Winter ist aufgrund von Eisbildung auf einigen Abschnitten äußerste Vorsicht geboten.“ Am Ende der Schlucht kommt man in das verschlafene Dörfchen Mondrago, wo es sich lohnt, ein wenig innezuhalten. Dort scheint die Zeit irgendwie stehen geblieben zu sein. Die Steige mit den Wegnummern 3 und 5 sind wie bereits erwähnt offiziell (offensichtlich dauerhaft) gesperrt. Der Ponte Tibetano ist daher nur von der Malga Biancari (Weg Nr. 1) oder durch die Schlucht über den Sentiero attrezzato (Weg Nr. 283) erreichbar und es muss auch wieder über einen dieser Wege zum Ausgangspunkt zurückgekehrt werden.