Meran erreicht man von Süden über Bozen bzw. von Westen durch den Vinschgau, von Norden über den Jaufenpass oder das Timmelsjoch und das Passeier Tal. Auf der ostseitigen Umfahrung von Meran (SS 8, Straße Schenna – Passeier Tal) bis zur Abzweigung der Auffahrt Hafling – Falzeben (Hinweistafeln Meran 2000). Auf dieser Straße hinauf nach Hafling und weiter bis zum Großparkplatz in Falzeben. Alternativ kann man mit der Seilbahn Meran 2000 oder von Falzeben mit der Einseilumlaufbahn zu den Bergstationen am Piffinger Köpfl hinauffahren. Die Tour verkürzt sich dann um rund 300 Höhenmeter gegenüber dem Start in Falzeben.
Charakteristik
Schöner, alpiner Anstieg auf den Hausberg von Meran mit einer Mischung aus leichter Kletterei, Klettersteig und Gehgelände.
Gipfel / Berg
Großer Ifinger, 2581 m
Ausrüstung
Üblicherweise wird die Tour seilfrei begangen. Bei ungünstigen Verhältnissen (Nässe, Schneelage) eventuell ein 50-m-Seil sowie 3 Expressschlingen und einige Bandschlingen. Ein Helm und ein Klettersteigset sind auf jeden Fall empfehlenswert. Bei Schneelage in der Luther-Rinne können auch Leichtsteigeisen von Vorteil sein.
Tourtyp / Charakter der Tour
Gratkletterei
Zustieg
Vom Parkplatz Falzeben auf dem Piffinger Weg meist entlang der Skipiste in den sanften Sattel hinter dem Piffinger Köpfl, auf dem die beiden Bergstationen der Seilbahnen stehen. Im Sattel befindet sich ein Wegweiser sowie eine Hinweis- und Übersichtstafel für den Heini Holzer Klettersteig. Durch ein Gatter auf dem Ifinger Schartlweg (Weg Nr. 18) insgesamt rund 50 bis 60 Höhenmeter im Wald absteigen (zwei Holzstege), an einer Wegabzweigung vorbei, dann ansteigend unter die steile Südflanke des Kleinen Ifinger. Bald sieht man die hölzerne Plattform, die den Einstieg des Klettersteiges kennzeichnet. Nach einer kurzen gesicherten Passage (Klettersteigschwierigkeit A) am Einstieg vorbei und weiter in Richtung Ifinger Scharte, wobei nochmals eine versicherte Passage zu absolvieren ist (ebenfalls A). Zuletzt steil in die Scharte hinauf. Jenseits steigt man etwa 100 Höhenmeter ab, bis man auf den Zustiegsweg trifft, der von der Ifinger Hütte heraufkommt. Auf dem mit roten Punkten markierten Steig bzw. auf Steigspuren in eine Scharte hinauf, kleine Metalltafel mit Gefahrenhinweis. Falls man sichern möchte, ist hier ein guter Anseilplatz.
Wegbeschreibung / Routenverlauf
Von der Scharte steigt man über Blöcke zum Beginn einer breiten Rampe hinauf. Über diese klettert man im plattigen Fels ca. 2 SL (1 Bohrhaken) aufwärts, Stellen 2-, meist um 1 und 1+. Bei Nässe unangenehm. Es folgt eine mit Drahtseil gesicherte Passage (A/B), danach auf einem Steig auf den eigentlichen Grat hinaus. Unterhalb einer steilen Plattenwand über eine kurze Stufe (1-). Die Plattenwand wird rechts umgangen, Drahtseilsicherung (A). Anschließend über steile, felsige Graspartien und Blockstufen längere Zeit höhersteigen, Stellen 1- und 1, oft auch Gehgelände. Schließlich nach links zum Beginn einer etwa 70 m langen, unschwierigen (maximal 1-), jedoch ausgesetzten Querung. Am Beginn roter Markierungspfeil und Bohrhaken. Man erreicht eine mit Blöcken und Schutt gefüllte Rinne, die sogenannte Luther-Rinne, welche nach oben hin immer enger wird. In ihr aufwärts und nach einer kurzen Kletterstelle (1-) zur längsten Klettersteigpassage am Südwestgrat. Steil auf einer schmalen Plattenrampe am linken Rand der Rinne aufwärts, kurze Stelle C, sonst B/C und B. Auf einem versicherten Band (A) verlässt man die Rinne nach links ans Ende der Sicherungen. Im Gehgelände weiter, auf den Grat hinaus und nach links in eine verschneidungsartige Rinne neben dem Grat. Diese ist nochmals mit Drahtseil gesichert (B). Von dessen Ende nach links. Über eine niedrige, glatte Felsstufe (2) mit schlechten Griffen und Tritten und einige leichte Felsen (1-) auf den nahen Gipfel.
Abstieg
Anfangs wenige Meter ungesichert (bis 1+) zum Beginn der Versicherungen des Normalanstieges auf den Großen Ifinger. Entlang der Drahtseile abwärts, eine Stelle B/C, sonst B und A. Dann auf einem Steig, zuletzt wieder gesichert (A/B) ein paar Meter hinauf in die Scharte zwischen den beiden Ifinger-Gipfeln. Jenseits wird die Nordseite des Kleinen Ifinger auf einem versicherten plattigen Band absteigend gequert (A/B) bis zum Ende der Sicherungen. Nach Osten über den breit ausgetretenen Pfad entlang des Kammes absteigen und auf einem schmalen, die ganze grasige Südostflanke des Kleinen Ifinger durchschneidenden Steig direkt hinunter in das Naifjoch und auf die wenige Meter unterhalb verlaufende breite Wanderpiste mit der Weg Nr. 3. In einem Bogen in den Wald hinein, wo man bald auf die Abzweigung des Steiges in die Ifinger Scharte trifft. Gemütlicher, aber weiter ausholend wandert man in einer großen Schleife über die Kuhleitenhütte, die Oswaldscharte (Abkürzer möglich) und an der Kapelle St. Oswald vorbei, auf dem Weg Nr. 19, dann Nr. 3, zurück zum Ausgangspunkt in Falzeben bzw. zu einer der Bergstationen.
Rast / Einkehr
Kuhleitenhütte, 2362 m, https://www.kuhleiten.it/ Seilbahninfos sowie weitere Hütten und Almen: https://www.meran2000.com/de/home/1-0.html
Karten
Carta Topografica 1:25 000, Blatt Nr. 011 Meran und Umgebung, Tabacco Verlag Kompass, DVD Wander-, Rad- und Schitourenkarte Südtirol OpenStreetMap: https://www.openstreetmap.org
Bemerkung
Der Südwestgrat auf den Großen Ifinger ist eine etwas eigenartige Mischung aus unterhaltsamer, leichter Kletterei und Klettersteig im Wechsel mit Gehgelände. Insgesamt handelt es sich um eine sehr lohnende Bergtour, bei der man dank der roten Markierungshinweise auch keine Schwierigkeiten mit der Orientierung haben sollte. Wer von Falzeben startet, hat außerdem den Vorteil, relativ rasch wieder zum Ausgangspunkt zu gelangen. Bei Nässe ist wegen des grasig-erdigen Gehgeländes und der teilweise flechtenbewachsenen Felsen Vorsicht nötig. In der schattseitigen Luther-Rinne kann lange im Frühjahr oder schon zeitig im Herbst Schnee liegen.